Fortbildungen

Professionell Handeln im Kontext sexualisierter Gewalt

Sich professionell zum Thema Sexualisierte Gewalt aufzustellen, gehört mittlerweile zu den Anforderungen jeder pädagogisch tätigen Fachkraft. Gerne passen wir die Inhalte auf ihre Einrichtung und den Bedarf der Mitarbeiter:innen an. 

Auf dieser Seite finden Sie unser vielfältiges Fortbildungsangebot. Weitere Informationen zu den einzelnen Fortbildungen finden Sie untenstehend. Nehmen sie gerne kontakt zu uns auf bezüglich Terminen, Kosten oder vertiefenden Fragen

Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt

Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen (Fortbildungsreihe 2024)

Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration werden hessenweit Fortbildungen zum Thema „Sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Jungen“ angeboten.

Wir nehmen daran teil mit folgenden Veranstaltungen:

  • „Grundlagenwissen, Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt“
    12. & 13. 11. 2024 in Marburg
  • „Sexualisierte Gewalt mittels digitaler Medien“
     03. & 04. 09. 2024 in Marburg
    sowie
    10. & 11. 09. 2024 in Marburg 
  • „Sexuelle Übergriffe durch Kinder und Jugendliche“
    08. & 09. 10. 2024 in Marburg

Sobald der Flyer für 2024 da ist, wird dieser hier erscheinen.

Dynamiken sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Grundlagenwissen, Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt
Die Teilnehmer:innen werden in das Thema "Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche" eingeführt und erlernen Handlungsstrategien zum adäquaten Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen. Weiterer Schwerpunkt ist die Erarbeitung von Handlungsschritten zur Abklärung einer Vermutung, dass ein Kind von sexualisierter Gewalt betroffen sein könnte, und zur Intervention.

Die Fortbildung ist zweitägig konzipiert und umfasst insgesamt 12 Stunden. Sollten Sie/ Ihre Institution Interesse an der Fortbildung haben, treten Sie bitte hierfür mit uns in Kontakt. Es ist auch gegebenenfalls möglich, das Konzept auf Ihren Bedarf und Ihre Wünsche anzupassen.

Themen der zwei Fortbildungstage sind u.a.

  • Was ist sexualisierte Gewalt?
  • Definitionen, Zahlen und Fakten, Ausmaß
  • Täter:innenstrategien
  • Folgen, Signale, Traumatisierungsfaktoren betroffener Kinder und Jugendlicher
  • Was ist meine Haltung, Aufgabe und Rolle als pädagogische Fachkraft im Kinderschutz?
  • Rechtlicher Rahmen: Bundeskinderschutzgesetz, Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung § 8a, § 8b und § 4KKG
  • Intervention bei sexualisierten Übergriffen durch erwachsene Person aus dem sozialen Nahbereich
  • Wege Betroffener, sexualisierte Gewalt zu verarbeiten
  • Auswirkungen der Dynamik von sexualisierter Gewalt
    - auf die Betroffenen
    - auf das Hilfesystem
  • Erarbeitung von Handlungsschritten zur Arbeit bei einer Vermutung
  • Gestaltung des Umgangs mit und der Unterstützung von betroffenen Kindern und Jugendlichen
  • Prävention
  • Sexualisierte Gewalt durch Mitarbeiter:innen in Einrichtungen
  • Wege Betroffener, sexualisierte Gewalt zu verarbeiten

Ziel dieser Veranstaltung ist es, Fachkräften Wissen zu den Dynamiken sexualisierter Gewalt und Interventionsmöglichkeiten zu vermitteln, um einen professionellen Umgang mit Betroffenen zu ermöglichen.

Sexualisierte Gewalt
mittels digitaler Medien

Heutzutage haben digitale Medien eine hohe Bedeutung für Kinder und Jugendliche – Fernsehen, Internet und Smartphones begleiten sie mittlerweile täglich. Durch die alltägliche Präsenz von digitalen Medien stellt sich besonders für Eltern und pädagogische Fachkräfte die Frage, wie Sie Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt begleiten, Medienkompetenzen fördern und gleichzeitig vor Risiken und Gefahren schützen können.
Innerhalb der eintägigen Fortbildung zum Thema „Sexualisierte Gewalt mittels digitaler Medien“ werden Informationen zu digitalen Medien und Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen vermittelt und Formen sexualisierter Gewalt und Ausbeutung im Netz sowie deren Folgen thematisiert.

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen
  • Formen von Sexualisierter Gewalt in den digitalen Medien
  • Täter:innen und strategisches Vorgehen
  • Dynamiken von Übergriffen im Netz
  • Rechtslage, Risiko- und Schutzfaktoren
  • Fachlicher Umgang
  • Umgang mit den beteiligten Kindern oder Jugendlichen
  • Möglichkeiten und Grenzen von pädagogischer Intervention
  • Übersicht der meistgenutzten Apps
  • Präventions- und Interventionsmöglichkeiten



Die eintägige Fortbildung vermittelt Informationen zu digitalen Medien und Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Formen sexualisierter Gewalt im Netz sowie deren Folgen. 

Sexualisierte Übergriffe
durch Kinder oder Jugendliche

Sexualisierte Übergriffe unter Kindern oder Jugendlichen sind immer wieder zu beobachten und stellen pädagogische Fachkräfte stets vor neue Herausforderungen, mögliche Unsicherheiten und Fragen.

Innerhalb dieser zweitägigen Fortbildung werden die Teilnehmer:innen daher mit der Problematik sexualisierter Übergriffe durch Kinder und Jugendliche vertraut gemacht. Neben der Wahrnehmung und Einschätzung von sexualisierten Übergriffen soll es um einen pädagogisch fachlichen Umgang gehen.

Auf Wunsch können Sie auch eine eintägige Fortbildung zum Thema sexualisierte Übergriffe durch Kinder oder sexualisierte Übergriffe durch Jugendliche buchen.

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Psychosexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendliche
  • Sexuell auffälliges Verhalten und Übergriffe unter Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter
    • Definition und Formen
    • Risiko- und Schutzfaktoren
    • Auswirkungen
    • Interventions- und Präventionsmöglichkeiten an Fallbeispielen
  • Übergriffe durch Jugendliche
    • Definition,
    • Formen,
    • Risiko- und Schutzfaktoren,
    • Auswirkungen,
    • Symptome und Delikt
    • Interventions- und Präventionsmöglichkeiten an Fallbeispielen
  • Fachlicher Umgang bei sexualisierten Übergriffen in Institutionen
    • Umgang mit den beteiligten Kindern oder Jugendlichen
    • Institutionelle Strukturen
    • Aufgaben von Team, Leitung und Träger
    • Präventionsstandards
    • Präventionsangebote für Kinder und Jugendlichen

Durch theoretische und praktische Inhalte ist das Ziel der Fortbildung, einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit sexuell grenzbalancierendem Verhalten und sexuellen Übergriffen zu erarbeiten. 

Entwicklung einer Schutzkonzeption

Kinder und Jugendliche, die in Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe und/oder Behindertenhilfe leben, haben ein Recht auf Schutz vor körperlichen, seelischen und emotionalen Grenzverletzungen und Übergriffen. Sie haben ein Recht auf eine gewaltfreie Umgebung, in der sie sich frei entfalten können.

Damit Institutionen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein können, benötigen sie eine professionelle Auseinandersetzung mit institutionellen Strukturen, Verantwortungen und Organisationen.

Wir möchten Sie bei dieser intensiven Auseinandersetzung mit einer 4-stündigen Fortbildung unterstützen und passen die Inhalte selbstverständlich auch an den schulischen Kontext an.

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Schutzauftrag und rechtlicher Rahmen
  • Aufbau Schutzkonzept: Inhalt einzelner Bausteine 
  • Umsetzung: Verhindernde und gelingende Bedingungen 
  • Ausgestaltung: Konzeption eines Schutzkonzepts als Entwicklungsprozess

Die Fortbildung richtet sich an Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, die sich auf den Weg machen, eine auf die Einrichtung und Klientel abgestimmte Schutzkonzeption zu entwickeln, die in den Alltag transferiert werden kann. Sie gibt einen Überblick, wie Sie diesen Prozess in Ihrer Einrichtung partizipativ und entsprechend den Richtlinien gestalten können.

Trauma, und dann?

Umgang im pädagogischen Alltag mit durch sexualisierte Gewalt traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche, die über Einrichtungen der Jugendhilfe betreut werden, haben meist komplex traumatisierende Erfahrungen gemacht. Die Folgen zeigen sich häufig als Schwierigkeiten im Bindungsaufbau, als eingeschränkte Fähigkeit, Emotionen und Selbstwert zu regulieren, als dissoziative Zustände und als Probleme bei der Lösung von sozialen Konflikten, je nach Alter und Geschlecht in unterschiedlichen Ausprägungen.

Die pädagogischen Fachkräfte gestalten nicht nur den Alltag mit diesen hoch belasteten Kindern und Jugendlichen, sondern müssen sich auch mit den Auswirkungen generationenübergreifender familiärer Traumata auf die Eltern-Kind-Beziehungen des Herkunftssystems auseinandersetzen. Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie können bei diesen zunehmenden Anforderungen in der Begleitung neue Perspektiven eröffnen. Es bedarf spezieller Kenntnisse von Traumatisierung, deren Folgen und Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen, das Team und die Einrichtung, um das bisher Unverständliche im Verhalten eines Kindes, eines Jugendlichen zu erklären und den Fachkräften neue Handlungsräume zu eröffnen.

In diesem Seminar werden traumapädagogische Grundhaltungen mit dem inhaltlichen Schwerpunkt "Trauma durch sexualisierte Gewalt im Kindes- und Jugendalter" vermittelt. 

Es werden Konzepte und Methoden vorgestellt, wie Pädagog:innen die Kinder und Jugendliche darin unterstützen können, das Vertrauen in sich und die Welt zurückzugewinnen und sie in ihrem Aufwachsen auch im Umgang mit der erlebten Gewalterfahrung zu begleiten.

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Grundkenntnisse zum Thema Trauma und Traumafolgen, Bewältigungsstrategien nach Gewalt
  • Zentrale Grundhaltungen der Traumapädaogik und Bindungstheorie 
  • Traumapädagogische Interventionen
  • Selbstermächtigung, Selbstverstehen, Selbstakzeptanz, Selbstwahrnehmung und Selbstregulation bei Kindern und Jugendlichen fördern
  • Selbsterfahrung und Reflexion für Fachkräfte

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung!
Was ist zu tun?

„Da müssen Sie unbedingt eine Anzeige machen!“ – 
Die Frage, ob eine Strafanzeige gestellt werden sollte, ist im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt immer präsent. 
Um mehr Klarheit über die Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Interventionen bei sexualisierter Gewalt zu gewinnen, beleuchten wir das Thema Strafanzeige in all seinen Facetten: Möchte die betroffene 
Person überhaupt Anzeige erstatten oder ist es der Wunsch der Angehörigen?

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Für und Wider einer Strafanzeige
  • Ablauf eines Strafverfahrens von der Anzeige bis zum Urteil
  • Rechte und Pflichten betroffener Mädchen, Jungen und Frauen
  • Sexualstraftaten im StGB
  • Belastungsfaktoren und Psychosoziale Begleitung
  • Auftrag und Rolle von pädagogischen/pflegerischen/therapeutischen Fachkräften
  • Einblick in das Gewaltschutzgesetz, Opferentschädigungsgesetz, Familienrecht, Zivilrecht, Fond sexueller Missbrauch
     

Wie verläuft ein Strafprozess? Welche Rechte und Pflichten haben Betroffene im Strafprozess? Fühlt sich die betroffene Person für den Weg des Strafprozesses gerüstet?
Und was kann die Rolle von Unterstützer:innen sein? Themen der Fortbildung sind u.a.

Grenzwahrender Umgang – Gestaltung von professioneller
Nähe und Distanz im pädagogischen und pflegerischen Alltag

Körperliche und seelische Unversehrtheit ist ein Grundrecht und beinhaltet das Recht auf Grenzwahrung einer jeden Person. Besonders in Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe oder in Einrichtungen für Menschen mit Einschränkungen besteht ein enormes Risiko, Grenzverletzungen und Übergriffen durch andere ausgesetzt zu sein. Denn Personen, die sich in einer Abhängigkeit befinden, sind um ein Vielfaches mehr von Übergriffen betroffen als andere.

Die Grenze einer anderen Person wahr- und ernst zu nehmen benötigt vielfältige Kompetenzen. Neben einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen, Achtsamkeit, einer hohen Selbstreflexivität benötigt es einen differenzierten und professionellen Umgang mit Nähe und Distanz.

Pädagogische und pflegerische Fachkräfte werden zwangsläufig mit dem Thema Grenzwahrung konfrontiert und ständig vor neue Herausforderungen in Ihrem Alltag gestellt. 

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Behinderten-, Kranken- und Flüchtlingshilfe sowie an alle Personen, die in helfenden Berufen tätig sind.

Themen der Fortbildung sind u.a.

  • Grund- und Kinderrechte
  • Umgang mit professioneller Nähe und Distanz im pädagogischen und/oder pflegerischen Alltag
  • Grenzen wahrnehmen und wertschätzend Grenzen setzen
  • Differenzierung von Grenzverletzungen und Übergriffen
  • Prävention und Intervention bei Grenzverletzungen und Übergriffen
  • Fachlicher Umgang bei ernsthaften Grenzüberschreitungen durch Mitarbeitende